Am Nufenenpass, Blick zum Griesgletscher.

Passfahren? Cool!
Sieben anspruchsvolle Alpenübergänge sollen's sein, und das in zwei Tagen. Diesmal legen wir los mit einem Elektro-Smart und einer Graziella (das letze Mal hatten wir ein Dübener Ei im Schlepp). Um sechs Uhr morgens geht's bei klarem Himmel los bis auf die Schwägalp, dann ins Toggenburg und über den Ricken ins Glarnerland. Herrlich die Passfahrt über den Klausen. Nächstes Ziel ist der Sustenpass. Noch liegt viel Schnee, und der Gletscher ist nah. Toll. Dass uns zwei Polizisten von der Strasse winken, können wir ihnen nicht verübeln. "So was habt ihr wohl noch nicht gesehen, stimmt's", sage ich. "Ja, ist so", grinsen die zwei verlegen, nur aus Neugierde hätten sie uns kontrolliert. Unten am Brienzersee laden wir den Akku auf, bevor's hinauf geht geht auf den Grimsel. Hier schlägt das Wetter um. Im Goms schüttet's wie aus Kannen. Noch einmal "schnellladen", und hoch geht's auf den Nufenenpass. Vor einer Schneewand nächtigen wir, der Regen prasselt aufs Dach der Graziella, uns ist pudelwohl. Wir geniessen eine Flasche Wein. Was für ein Privileg: übernachten auf quasi "Säntisgipfelhöhe" - im eigenen Wohnwägeli. Am Morgen weckt uns die aufgehende Sonne, das Bergpanorama mit den vielen verschneiten Viertausendern ist überwältigend.   Auf der Fahrt hinunter ins Tessin begegnen wir am Strassenrand einem Rudel junger Steinböcken, die uns neugierig beäugen - genauso wie wir sie. Dann, nach Airolo, geht's die Tremola hoch. Wunderbar, die alte Passstrasse mit ihren Serpentinen! Auf der Gotthard-Passhöhe fotografieren uns nebst den Deutschen mit ihren riesigen Wohnmobilen vor allem auch japanische Reisegruppen. Ja, wir fallen auf mit unserem Mini-Gespann. Wir erleben staunende, glückliche Gesichter. Hinunter geht's dann nach Erstfeld, wo wir noch einmal "schnell-laden. Die Ladestation in Erstfeld hat's in sich: gleich nebenan entdecken wir ein SBB-Arbeiter-Restaurant, das täglich 24 Stunden geöffnet hat. Das Essen schmeckt vorzüglich, und sehr günstig ist' s obendrein! Was folgt? Hinauf auf die Furka kurven wir, dann heimwärts über den Klausen ins Glarnerland und weiter über den Ricken und die Wasserfluh nach St.Gallen.
Fazit: Elektro-Passfahren mit Wohnwägeli macht Spass, weckt Lust auf mehr. Beim sportlichen Klettern vergisst man so leicht, dass man ein Wohnwägeli hinter sich herzieht. Und übernachten in so einer "Knutschkugel" auf einer einsamen Passhöhe, 2500 Meter über Meer? Das Höchste der Gefühle! (ger,15. Juni 2014)